Wirksamkeit der LARS-Therapie zur Behandlung der Lese-Rechtschreib­schwäche empirisch überprüft

In einer Langzeituntersuchung der Universität Erfurt wurde die LARS-Therapie, die wir in unserer Einrichtung seit über 25 Jahren anwenden, auf die Fragestellung hin überprüft, ob und wie durch sie die schriftsprachliche Kompetenz lese-rechtschreibschwacher Schülerinnen und Schüler verbessert und ihre weitere Schullaufbahn positiv beeinflusst werden konnte.
 
Die Studie kommt zu dem Urteil, dass mit den durch entsprechend qualifizierte Therapeuten eingesetzten Methoden der LARS-Therapie nicht nur die Kompetenzen in der Rechtschreibung und im Lesen entscheidend und nachhaltig gestärkt wurden, sondern auch die „lernrelevanten Faktoren“ wie Fehlersensibilität, Lernstrategien und Leistungsmotivation sowie das Selbstbewusstsein der Betroffenen gefördert werden konnten. Diesen für die weitere Schullaufbahn überaus positiven Effekt führen die Autoren u. a. zurück auf die Besonderheit „... der linguistischen LARS-Methode (Lautanalytisches Rechtschreib-System), die sich explizit von Trainings isolierter Teilleistungen oder gar schriftsprachunspezifischer Trainings unterscheidet und im Rahmen eines streng strukturierten Schriftsprachaufbaus sowohl phonographische als auch grammatische Schriftkompetenzen aufbaut. Den Befragten wurden also kognitive Einsichten in das System Schriftsprache vermittelt.“

Hervorzuheben ist die durch die Studie gewonnene Erkenntnis, dass durch die LARS-Therapie eine erhebliche Verbesserung des Schulabschlusses (und zwar unabhängig vom Einkommens- und Bildungsstatus der Eltern!) erzielt werden kann. Die Autoren schließen daraus:

 

„Kinder mit LRS sollten eine besondere Förderung erfahren. Wie man an den Ergebnissen der Befragung ehemaliger Legastheniker sehen konnte, lohnt es sich. Wenn 89 Prozent der Befragten einen höheren Bildungsabschluss (Realschulabschluss, Fachhochschul- und Hochschulreife) gegenüber 37 Prozent im Bundesdurchschnitt erzielten, dann gehen uns gesellschaftliche Ressourcen verloren, wenn sie nicht gezielt gefördert werden. (...) Der Umgang mit Schrift stellt einen wesentlichen Teil der Lebensbewältigungskompetenz dar. Dass entgegen der gängigen Meinung eine Legasthenie doch behebbar ist und die ehemaligen Legastheniker eindrucksvoll ihre Leben bewältigen, ist ein weiteres wichtiges Ergebnis dieser Untersuchung.“

 

Die oben zitierte Untersuchung ist veröffentlicht in: B. Hofmann, A. Sasse, Legasthenie. Lese-Rechtschreib­störungen oder Lese-Rechtschreib­schwie­rig­keiten?, Deutsche Gesellschaft für Lesen und Schreiben, Berlin 2006, darin: Eine Legasthenie ist doch behebbar! Eine Befragung ehemaliger Legastheniker, S. 78-97.