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Förderung der Lesefähigkeit…

 

5. Individuelle Leseförderung durch Selbsteinschätzung der Kinder mit „Bild-Zeichen“

Damit Kinder ihren Leselernprozess individuell gestalten können, sind 40 „Bild-Zeichen“/Symbole entwickelt worden, die jeweils eine Arbeitsaufgabe darstellen und von den Kindern selbstständig ausgewählt werden können. Die ausgewählten Zeichen malen die Kinder entweder in ihr Lese-Arbeitsheft oder kleben die aus einer Kopie ausgeschnittenen Zeichen ein und bestimmen damit ihre Lesearbeit.

 

Einige Beispiele der „Bild-Zeichen“ folgen hier und zeigen zugleich die Aufgaben, die ein Kind zu lösen lernt. Voraussetzung dafür ist, dass die Zeichen beim ersten Mal den Kindern erklärt worden sind, damit sie die Arbeitsaufgaben auch selbstständig lösen können.

 

Zu dem Blatt, auf dem die 40 „Bild-Zeichen“ stehen, erhalten die Kinder die Kopie einiger Leseseiten der lauttreuen Leseübungen und heften sie in ihre Mappe oder ihren Ordner. Nun suchen sie in Absprache mit Pädagogen oder Therapeuten Zeichen aus, d.h. die Arbeitsaufgaben, mit denen sie die Leseblätter bearbeiten wollen. Es folgt ein Beispiel mit der Auswahl von 9 Zeichen, die für das Bearbeiten der Leseseiten mit Silben und Wörtern eingesetzt werden:

(1) Auf den Leseseiten kann ich alle Buchstaben und Segmente in allen Richtungen kreuz und quer lesen.

(2) Als Hilfe nehme ich den Leseschieber oder meinen Lese-Hilfefinger, mit dem ich meine Augen führe.

(3) Die Einzellaute und Segmente werde ich verschieden aussprechen – laut, leise, hoch, tief, lachend, singend usw.

(4) Die Reihenfolge, in der ich die Silben lesen werde, male ich vorher mit dem Lese Zickzackband vor, so dass eine Spitze immer auf eine Silbe zeigt. Dabei kann ich mit verschiedenen Farben mehrere Lesefolgen anmalen, die sich auch überschneiden können.

(5) Zu jedem gelesenen Buchstaben oder Segment denke ich mir ein Wort aus, in dem diese Teile enthalten sind.

(6) Anderen Kindern, die lesen, werde ich zuhören und in Gedanken prüfen, ob ich auch so lesen würde und ob ich den Sinn der Wörter verstehe.

(7) Wo ich meine, dass man anders lesen müsste, da unterkringele ich diese Teile. Nach dem Lesen werden wir darüber reden

(8) Nach den Leseübungen zähle ich alle Teile, die ich gelesen habe, und schreibe die Summe in meinen Lesepass. Nun überlege ich, wie stark ich mir insgesamt bei meinen Übungen Mühe gegeben habe und ob ich mit wenigen oder vielen Unterbrechungen gearbeitet habe. Dafür gebe ich mir dann vier, drei, zwei oder ein Pluszeichen.

(9) Am Ende schreibe ich die Hausaufgaben, die mein Pädagoge oder Therapeut und ich für wichtig halten, in mein Lese-Arbeitsheft. Diese Aufgaben werde ich zu Hause erledigen.

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