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Lesematerialien

Erste Gestaltungsmerkmale: Schriftgröße – Schriftart – Zeilenabstand

Um innerhalb eines Wortes die optimale Blick-Sprechposition zu finden, ist die Wortgrenze zwischen den Wörtern durch große Zwischenräume zu gestalten, und Worttrennungen sind am Zeilenende zu vermeiden.

 

Um die Buchstaben eines Wortes scharf zu sehen, sind kurze Wörter mit 4 bis 6 Buchstaben besser zu erfassen als lange Wörter. Es empfiehlt sich, lange Wörter in Silben zu schreiben.

 

Um das Schweifen des Blicks zu verhindern und das zielgerichtete asymmetrische Sehen zu lernen, ist die Leserichtung zu kennzeichnen. Ein gedruckter Pfeil in Leserichtung oder die Benutzung des Fingers als Lesehilfe ist sinnvoll. Ein Lesefenster mit einem großen weißen Rahmen schränkt das Umherschweifen des Blicks ein (vgl. Gutezeit 1994, S. 17).

 

Als Schriftart ist eine Schrift ohne Querstriche (Serifen) und für die Klassen 1 bis 4 jeweils eine Schriftgröße zwischen 18 Punkt und 12 Punkt lesefreundlich (vgl. Sennlaub 1989, S. 51).

 

Die im folgenden Text aufgeführten Leseübungen dienen als verdeutlichende Beispiele für das Gesagte. Sie sind alle den Lauttreuen Leseübungen (Findeisen, Melenk, Schillo 1988, Teil I, II) entnommen. Es bleibt dem Lehrer und Lerntherapeuten überlassen, die vielen Fibeln und Leselehrgänge unter dem Gesichtspunkt der optischen Lesehilfen zu bewerten.

Wort Lautgestalt Sinn

„Die Sinnerwartung (…) des Lesers ersetzt nicht die visuelle Analyse der Schrift und ihrer Details.“Sonne eine Sonne malen. An die Stelle der Lautschrift träte die Bilderschrift. Ebenso darf man zur Bestimmung des sinnerfassenden Lesens nicht den Inhalt des zu lesenden Wortes voraussetzen, dann wäre es nicht das Lesen eines neuen Wortes. Es soll aus der Buchstabenfolge ein Sinn erlesen werden. Dafür muss die Buchstabenfolge in die Lautform übersetzt werden, und diese Lautform muss auf das Niveau des melodisch gesprochenen Wortes gebracht werden. (Brügelmann 1989, S. 106) Den Sinn eines Wortes kann man nicht an den Buchstaben graphisch gestalten; er ergibt sich aus der Lautform. Wollte man den Wortinhalt selbst optisch darstellen, müsste man zum bildlichen Darstellen übergehen und neben das Wort

 

Man kann nur die Lautform graphisch unterstützen. Ein Wort hat eine Melodie, es hat betonte und unbetonte Silben, es hat in der betonten Silbe einen langen oder kurzen Vokal, und erst wenn die Buchstabenfolge „gesungen“ wird, dann ist die Bedeutungserfassung erfolgt. Silben und betonte Vokale lassen sich als optische Lesehilfe nutzen.

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